Sauerteig Pizza Party feat. Prosecco DOC

Sauerteig Pizza
Disclaimer: Dieses Rezept entstand in Kooperation mit Prosecco DOC

Ein prickelndes Glas Prosecco DOC, eine luftig-krosse, sommerlich belegte Pizza frisch aus dem Ofen, ein lauer Abend auf der Terrasse mit guten Freunden… mal ehrlich: Gibt’s IRGENDETWAS, was schneller für schwerelos-leichte Urlaubs-Vibes zuhause sorgt (ok ausgenommen ein echter Italien-Trip *hust*)? Ich behaupte mal: Nö. Und bin deswegen sehr dafür, dass du genau dieses Szenario schnellstmöglich nachbaust. Inklusive Prosecco galore – und dem Rezept für die mit Abstand beste Sauerteig Pizza, die ich JE zuhause gebacken habe. Also leg schonmal ein paar Fläschken kalt, denn heute sind BUBBLES angesagt!

Sauerteig Pizza Nachaufnahme auf Pizzaschieber
Prosecco DOC wird eingegossen

Egal, ob auf dem Teller oder im Glas: Ich LIEBE einfach alles, was sprudelt. Das sind oft meine zahlreichen Sauerteig Babies, im Sommer aber auch mal 1 bis drölfzig Gläser prickelnder Prosecco DOC auf unserer noch recht jungfräulichen Terrasse! BUBBLES rocken einfach. Punkt. Grund genug für mich, zusammenzubringen, was zusammengehört und vergangenes Wochenende eine kleine, aber verdammt feine Prosecco ’n Pizza Sause bei uns im Garten zu schmeißen!

Sauerteig Pizza mit dickem Rand (Neapolitanischer Pizzateig)

Das Rezept für meine heftig gute Sauerteig Pizza (mit Hefeteig-Rezept-Alternative) findest du weiter unten. Oder klick einfach hier. Nimm dir auf jeden Fall die (Warte-) Zeit und probiere es aus. Ich garantiere dir nämlich, dass du damit locker 90 % aller Standard-Italiener in die Tasche steckst!

Prosecco DOC + Pizza… = Dolce Vita2

Du denkst jetzt: Hat die Olle mal auf eine Karte geschaut? Neapolitanische Pizza aus dem Süden Italiens und dazu Prosecco DOC, der zwangsläufig aus dem Nordosten kommt… Davvero?! Si! Denn auch, wenn der Ursprung der beiden italienischen Exportschlager unterschiedlicher nicht sein könnte – Prosecco DOC und die kultige Pizza mit dem extra fluffigen Rand haben eine ziemlich nice Gemeinsamkeit: Fleißige Hefekulturen (und andere Mikroorganismen), die maßgeblich für die Gärung/Fermentation zuständig sind! Beim traditionell nach der Martinotti-Methode (also in Drucktanks) vinifizierten Prosecco DOC sorgen sie für das feine Blubbern und die schäumende Perlage im Glas, beim Pizzateig für die Luftigkeit und – wenn ihr’s richtig anstellt – für das typische Leopardenmuster im Rand!

Pizzaofen (Ooni Karu 16) wird vorgeheizt, um die Sauerteig Pizza zu backen
Beste Investition für Pizza-Junkies: Ein richtiger Pizzaofen!

Mal ganz davon abgesehen, dass kaum zwei andere italienische Produkte mehr Leichtigkeit versprühen, hinter der sich beim genauen Hinschauen aber eine komplette Wissenschaft auftut. Beim Pizzathema weiß ich das aus erster Hand, denn als Pizza-Content-Tante bei Burnhard habe ich so ziemlich jeden Pizzastyle inkl. Philosophie durchgespielt. Pizza Romana, Neapolitanisch/Canotto, New York, Detroit oder Chicago Style, sizilianisches Sfincione… Das Pizza-Multiverse ist unendlich und die Merkmale der einzelnen Stile werden von Anhängern leidenschaftlich verteidigt!

Was macht „echten“ Prosecco DOC aus?

Prosecco DOC

Für „echten“ Prosecco DOC (du erkennst ihn am blauen Siegel am Flaschenhals) gelten ganz ähnlich strenge Regeln: Aus lediglich 10 Anbaugebieten darf die Glera-Traube stammen, die den fruchtig-blumigen Prosecco DOC zu mindestens 85 % ausmachen muss. Dafür steht das DOC im Namen: Denominazione di Origine Controllata. Ausgebaut wird klassisch still (in Deutschland eher unbekannt), Frizzante (mild frickelnd und frisch) und Spumante (feine und laaange Perlage)! Letzteres ist die wohl bekannteste Variante, die es auch als Rosé gibt.

Die Auflagen für Prosecco DOC sind tatsächlich so streng, dass Prosecco Rosé erst seit 2020 das DOC-Label tragen darf. Und wo ich grade schon davon spreche, wie der gute Stoff in den Handel kommt: Der in Dosen abgefüllte minderwertige Prickel, den sich vorzugsweise Junggesellinen-Abschiede in deutschen Innenstädten „gönnen“… hat mit echtem Prosecco DOC natürlich null komma nix zu tun. Das Original darf nämlich nur in Glasflaschen abgefüllt verkauft werden!

Prosecco DOC Treviso Extra Dry zur Sauerteig Pizza

Mit Freunden haben wir uns beides gegönnt: Einen trockenen, biologisch angebauten Prosecco DOC Rosé von Pizzolato in der Küche zum Vorbereiten und Kochen. Später dann den nicht ganz so trockenen weißen Prosecco Treviso DOC vom Weingut Serena auf der Terrasse und zu den buonissime Pizze, die wir rausgehauen haben 🙂 Womit wir jetzt auch beim eigentlichen Rezept wären.

Sauerteig Pizza 🍕 – was sind die Vorteile?

Vielleicht fragst du dich jetzt: Warum Sauerteig Pizza? Schließlich kann man auch einen stinknormalen Hefeteig mit viel Hefe ansetzen und hat in kürzester Zeit einen dick aufgegangenen Pizzateig, oder? Stimmt schon. Vergleichen kann man die beiden Teige aber wirklich nicht. Denn:

Die lange kalte Gare und Fermentation beim Sauerteig machen einen riesigen geschmacklichen Unterschied. Lang geführte und natürlich versäuerte Teige schmecken einfach runder und haben ein richtiges Geschmacksprofil. Im Gegensatz zu einem gedopten Teig, der nur nach Industriehefe schmeckt.

Das Mehl (bzw. das darin enthaltene Gluten) wird durch die natürliche Versäuerung bekömmlicher. Du kannst es dir so vorstellen, als ob die Fermentation durch die Spaltung komplexer chemischer Verbindungen im Teig deinem Körper schonmal einen Part bei der Verarbeitung abnimmt.

Außerdem bindet Säure Wasser! Das heißt, dein Sauerteig Pizzateig kann mehr Wasser binden, ohne dir beim Formen komplett aus den Händen zu laufen. Falls du dich schonmal mit Hydration und Wasseranteilen in Teigen beschäftigt hast, weißt du genau, was das bedeutet: Fettere Luftblasen in deinem Pizzarand.

Sauerteig Pizza angeschnitten

Netter extra Vorteil: Mit einem Sauerteigansatz im Kühlschrank kannst du so ziemlich jedes Rezept ohne Hefe backen. Du frischst einfach dein Anstellgut auf und kannst es nur wenige Stunden später für Zimtschnecken, Croissants, Brote oder sogar Pizza verwenden.

Kommen wir zum Rezept ☺️

Rezept Sauerteig Pizza Teig

Für 4 Sauerteig Pizzen / Teiglinge benötigst du:

VORTEIG

  • 40 g Anstellgut (Weizensauerteig, Roggen funktioniert aber auch)
  • 80 g Weizenmehl Tipo 00
  • 80 ml Wasser

HAUPTTEIG

  • Vorteig
  • 500 g Weizenmehl Tipo 00
  • 325 ml Wasser
  • 18 g Meersalz
  • etwas Olivenöl zum Bestreichen

Wichtig: Dieser Pizzateig sollte mindestens über Nacht und kann maximal drei Tage im Kühlschrank verwahrt werden. Mit entsprechend viel Vorlauf solltest du den Teig vorbereiten.

Falls du keinen Sauerteig hast und auch keinen ansetzen möchtest, kannst du das Rezept auch mit frischer Hefe zubereiten. Lasse dafür einfach den Vorteig komplett weg und verwende im zweiten Schritt 580 g Mehl, 405 ml Wasser, 18 g Meersalz und 2 Gramm frische Hefe. Der Rest der Schritte bleibt gleich. 🙂

Zubereitung Sauerteig Pizzateig

  1. Für den Vorteig: Weizensauerteig, Mehl und Wasser verrühren und in einem hohen Glas bei Zimmertemperatur ca. 6 Stunden gehen lassen, bis das Volumen sich verdoppelt hat. Wer mag, kann sich die Ausgangshöhe nach dem Anrühren mit einem Gummiband markieren, um den richtigen Punkt besser abpassen zu können.
  2. Für den Hauptteig: Den aufgegangenen Vorteig, Mehl und Wasser vermischen. Alles verkneten, bis kein loses Mehl mehr in der Schüssel ist. 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen.
  3. Salz zugeben und den Teig auf Stufe 2 der Küchenmaschine oder auf einer leicht bemehlte Arbeitsplatte mit den Händen ca. 20 Minuten zu einem glatten Teig kneten, bis er elastisch ist und sich leicht vom Schüsselrand löst. 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen.
  4. Arbeitsfläche leicht befeuchten (mit nassen Händen). Den Teig auf die Arbeitsfläche geben und mit nassen Händen ausziehen. Von allen Seiten zur Mitte hin einschlagen, umdrehen und zurück in die Schüssel geben.
  5. Den Teig abgedeckt 3 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, dabei alle 60 Minuten (also nach 1 und nach 2 Stunden) dehnen und falten: Dazu mit nassen Händen unter den Teig greifen, ihn anheben, bis er sich nach unten dehnt und wieder absenken. Schüssel 3 mal um je 90 Grad drehen und wiederholen. Teig im Anschluss wieder abdecken und weiter gehen lassen.
  6. Teig in 4 gleichgroße Portionen teilen, zu Kugeln formen und anschließend rund schleifen. Dazu die Teigkugel locker zwischen der hohlen Hand und Arbeitsfläche gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis der Teig eine glatte Oberfläche gebildet hat.
  7. Blech mit Olivenöl bestreichen und Teigkugeln mit Abstand daraufsetzen und mit Öl bepinseln. Blech mit Klarsichtfolie umwickeln und Teigkugeln über Nacht oder bis zu 72 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Sauerteig Pizza richtig formen

Und dann? Geht’s ans Ausformen. Mit den Händen – das Nudelholz hat auf einer echten Pizza nix verloren. Ich hab beim Ausformen mal mitgefilmt, weil ein Video es echt besser als tausend Worte zeigen 😉

Drauf gabs bei uns einen pikanten Tomatensugo, für den ich eine Dose San Marzano Tomaten nur mit Salz, einer Prise Zucker und etwas frischem Oregano erhitzt, mit dem Kartoffelstampfer zerstampft und mit 1 EL kalabrischer ‚Nduja vermischt habe.

Dazu gezupfter Mozzarella, hauchdünn aufgeschnittene Amalfi-Zitrone und ein paar frisch gepflückte Zucchiniblüten, die ich einfach über der Pizza zerzupft habe. Eine Handvoll Basilikum, 3 Minuten bei 420 °C und die perfekte Sommerpizza stand auf dem Tisch!

Pizza richtig backen – 10 Tipps für geniale Pizzen zuhause

  1. Holt den Teig früh genug (1-2 Stunden mindestens) aus dem Kühlschrank, bevor ihr ihn formt, belegt und backt. Je wärmer er ist, desto flexibler ist er und desto leichter lässt er sich in Form bringen.
  2. Gebt beim Vorheizen richtig Gas. Dreht den Pizzaofen voll auf, um den Pizzastein darin möglichst heiß werden zu lassen. Hat der Ofen die 400 °C geknackt, könnt ihr ihm noch locker 10 weitere Minuten geben. Nutzt ihr einen Pizzastein im Ofen, lasst ihr den Ofen ebenfalls noch 20 Minuten auf maximaler Hitze laufen, sobald diese erreicht ist. Platziert außerdem den Pizzastein möglichst weit oben im Backofen.
  3. Gönnt dem Ofen und dem Pizzastein zwischen den einzelnen Pizzen einige Minuten Zeit, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. Sonst werdet ihr von Pizza zu Pizza mit immer weniger Hitze backen – ergo: Die Pizzen werden nicht mehr so knusprig!
  4. Belegt die Pizzen nicht zu dick! Je dicker die Pizza, desto länger braucht sie in der Mitte, um gar zu werden und desto schneller verbrennt dir der Rand. 1-2 EL Sugo und ein moderates Topping reichen völlig aus! Wollt ihr richtig was auf die Pizza hauen, empfehle ich euch einen Römischen Pizzateig nach Art einer Blechpizza (mein Rezept für eine solche Pizza al taglio).
  5. Nutzt im Grill die Grillfunktion für’s Finish und um den Pizzastein zwiscehn den einzelnen Pizzen wieder aufzuheizen.
  6. Und vor allem: Gönnt euch wirklich GUTE Produkte. Mit denen steht und fällt eine Pizza nämlich! Also kein Analogkäse oder Ja!-Schinken bitte (außer natürlich, ihr steht komplett drauf). Meine Mehle bestelle ich zum Beispiel online in Bio-Qualität. Bei den Toppings meiner Sauerteig Pizza setze ich eher auf weniger, dafür aber auf top Quali.
Prosecco DOC wird eingeschenkt

Hoffe, ich hab euch jetzt ordentlich Appetit und Durst gemacht! Freu mich, wenn ihr’s nachmacht (und es mich wissen lasst :D) 🖤 

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