Rezept Tannenspitzensirup & Tannenspitzenlikör

Tannenspitzensirup in speFette Tannenspitzen-Beute

Heyho, Ihr Lieben! Während ich nebenher versuche, zwischen Büro und Gastro meinen Provence-Trip vor zwei Wochen in eine sinnvolle Art von Bericht zu gießen… dachte ich, dass ich mit dem Rezept für Tannenspitzensirup und Tannenspitzenlikör schnell noch einen kleinen Snack-Artikel einschiebe. Am 1. Mai haben Daniel und ich uns nämlich eine kleine Auszeit in der Natur gegönnt.

Waldspaziergang Königsforst

Nicht so ganz ohne Hintergedanken, denn ich wollte eigentlich nach Waldmeister Ausschau halten. Den habe ich im Kölner Königsforst zwar vergeblich gesucht, bin dafür aber mit Tupperboxen voller Tannenspitzen selig nachhause geschwebt.

„Foraging“ – der neue Foodie-Trend?

Erstmal Sammeln für den Tannenspitzensirup
Auf der Jagd nach essbaren Schätzen: Foraging

Ist Euch eigentlich auch schonmal aufgefallen, dass das Sammeln von Wald- und Wildkräutern, Beeren und anderen wild wachsenden Zutaten gerade total angesagt zu sein scheint? Ich beobachte das schon seit einer Weile und finde es einen der schönsten „Trends“ im Food-Bereich. Wobei ich dazu sagen muss, dass es bei aller Ursprünglichkeit und Naturverbundenheit für mich Stadtmenschen ein Luxus ist. Die Zeit, den Wald nach Essbarem zu durchforsten, nehme ich mir sehr selten. Aber es ist die Mühe total wert. Gerade aufgrund der Zeit, die man sich nimmt und das Gefühl der Wertschätzung, welches man den selbst gesammelten Zutaten gegenüber empfindet

Maiwipfel sammeln im Königsforst
Maiwipfel sammeln im Königsforst

Wer sich für so etwas interessiert, kann sich auf diversen Seiten, in Gruppe und Foren darüber austauschen. Praktisch für den Anfang – und ich werde nicht müde, sie immer wieder zu empfehlen, weil ich die Idee einfach feiere – finde ich die Plattform Mundraub. Hier könnt Ihr Euch Fundorte in Eurer direkten Nähe heraussuchen und mit guten Erfolgsaussichten auf die Jagd begeben. Damit habe ich beispielsweise letzten Sommer eine fette Brombeer-Beute eingesackt!

Tannenspitzensirup und Tannenspitzenlikör

Und was stellt man mit den gesammelten Tannenspitzen an? Ich habe dahingehend ein wenig recherchiert und diverse Hausmittel und Rezepte gefunden, die sich mit den jungen Trieben von Nadelbäumen zubereiten lassen. Denn tatsächlich habe ich im Wald alles gepflückt und mitgenommen, was knackig, grün und appetitlich aus diversen Nadelbäumen spross: Fichte, Tanne, und auch eine Handvoll Kieferntriebe…

Bei der Kiefer solltet Ihr allerdings nicht übertreiben, falls Ihr sensitiv auf ätherische Öle oder Harze reagiert. Sie gilt zwar als besonders heilkräftig für Atemwege, Bronchien und Co., enthält aber auch die höchste Konzentration an Harz und ätherischen Ölen. Vielleicht nicht unbedingt etwas für Schwangere oder Personen, die zu Reizungen der Schleimhäute neigen.

Tannenspitzensirup in spe
Fette Tannenspitzen-Beute

Ich zumindest habe alles vorsichtig gepflückt und in meine Tupperdose wandern lassen. Zuhause habe ich mich dann für zwei Rezepte entschieden. Aus einem Teil der Tannenspitzen habe ich Tannenspitzensirup eingekocht. Der Rest wurde zusammen mit Wodka und Zucker zu einem Tannenspitzenlikör angesetzt. Wie ich das gemacht habe, verrate ich Euch natürlich 🙂

Tannenspitzensirup

Tannenspitzensirup ist eine tolle (vegane) Alternative zu Honig – für alle, die es süß mögen, aber dabei auf tierische Produkte verzichten und möglichst regional bleiben wollen. Natürlich darf man sich nichts vormachen, was den Zuckeranteil im Sirup angeht. Allerdings enthalten die sogenannten „Maiwipfel“ noch einmal eine ganze Menge an zusätzlichen Wirkstoffen: Jede Menge Pflanzen-Power und ätherische Öle.

Aber keine Angst: Nach diesem Rezept zubereitet, schmeckt er nicht ganz so krass, wie Nadelbäume duften. Der Geschmack geht eher in eine fruchtige, leiiiicht zitrus-ige Richtung. Sehr dezent, aber gleichzeitig sehr eigen. Ich habe ihn einfach so, mit Joghurt und den ersten Erdbeeren gegessen. Und ein selbstgemachtes weißes Schokoladeneis damit gesüßt.

Wer eine gute Quelle für Maiwipfel hat und dem ganzen mehr Zeit und Intensität geben will, schaut sich einfach das Rezept von Fräulein Grün an. Sie setzt die Tannenspitzen einfach ohne Wasser und Kochen an und lässt die Zeit für sich arbeiten.

Rezept Tannenspitzensirup

Ihr benötigt:

  • 80 g Tannenspitzen
  • 500 g brauner Zucker
  • 1 BIO-Zitrone

Die abgewaschenen Tannenspitzen kommen zunächst in einen Topf und werden mit Wasser aufgegossen, bis sie vollständig bedeckt sind. Im Wasser dürfen sie nun 1-2 Tage ziehen. Dadurch lösen sich die Aromen besser. Damit sie vollständig im Wasser bleiben, kann man die Spitzen ganz simpel mit einem Teller oder einer Schüssel der passenden Größe beschweren.

Nach 2 Tagen den Topfinhalt aufkochen und köcheln lassen, bis die Tannenspitzen jegliche Farbe verloren haben. Ich habe die Mischung eine knappe halbe Stunde schwach köcheln lassen.

Tannenspitzensirup Rezept
Mit dem Kochen werden die Tannenspitzen beinahe komplett grau

Im Anschluss die Tannenspitzen abseihen, den Zucker und Saft einer BIO-Zitrone zum Wasser geben und den Tannenspitzensirup auf die gewünschte Dichte einkochen lassen. Je nach Herd (und Dunstabzugshaube 😉 ) kann das bis zu 60 Minuten dauern. Der Sirup kann nun in Gläser abgefüllt werden. Und hält dank des Zuckers vermutlich ewig und 3 Tage.

Tannenspitzenlikör

Nur Sirup wollte ich natürlich auch nicht machen. Sondern mich auch mal an meinem ersten selbst angesetztem Likörchen versuchen. Aus dem Rest meiner Ausbeute habe ich zusammen mit neutralem Wodka und Zucker also einen hausgemachten Tannenspitzenlikör angesetzt.

Einplanen solltet Ihr für den Likör übrigens 4 bis 6 Wochen. Länger habe ich es nicht ausgehalten und musste probieren 😀 Vermutlich könnt Ihr die Wipfel auch noch wesentlich länger in dem Gemisch aus Alkohol und Zucker ziehen lassen. Schaden dürfte es angesichts der konservierenden Wirkung von beiden Zutaten aber definitiv nicht.

Rezept Tannenspitzenlikör

Für eine Flasche (0,7 l) Likör benötigt Ihr:

  • 40 g Tannenspitzen
  • 500 g Zucker
  • eine Flasche (0,7 l) einfachen Wodka (aber keinen Fusel ^^)

Sucht Euch einen verschließbaren Behälter von etwa 1 Liter Fassungsvermögen. In diesen Behälter schichtet Ihr abwechselnd die gewaschenen Tannenspitzen und den Zucker und lasst die Mischung 2 Tage lang so stehen.

Tannenspitzenlikör, hausgemacht
Links seht Ihr den Tannenspitzenlikör an Tag 1

Im Anschluss lediglich mit Wodka aufgießen, gut verschließen udn stehen lassen. Ich habe meine Flasche bei Raumtemperatur (und bei Tageslicht) stehen lassen. Alle paar Tage habe ich die Flasche auf den Kopf gedreht und den Zucker nach unten und wieder zurück rieseln lassen. Nach und nach merkt man, dass er sich mit der Zeit vollständig auflöst.

Tannenspitzenlikör nach 12 Tagen
Tannenspitzenlikör nach 12 Tagen

Nach einem Monat habe ich den Likör dann natürlich probiert. Im Anschluss dann abgeseiht (die Tannenspitzen bleiben ja die ganze Zeit über im Glas) und in kleinere Flaschen abgefüllt.

1 Kommentare

  1. Letzte Woche ging es fur mich wieder zur TEH-Ausbildung nach Unken. Drei Tage, die vollgepackt waren mit praktischen Tipps, von denen ich euch in den nachsten Wochen wieder einige in meinem Blog verraten werde. Bei einem Streifzug durch die Walder von Unken haben mich die saftig grunen Wipferl angelacht, drum ging es gleich ans Sammeln. Aber eines muss jedem bewusst sein, mit dem Pflucken der vorderen Spitzen des Baumes wird dieser naturlich geschadigt. Daher sollte jeder selber auf die Menge achten und niemals von einem Baum zu viele sammeln. Zwei bis drei von einem Asterl und dann weiter zum nachsten. So kann man ohne schlechtes Gewissen einen Hustensaft fur zuhause herstellen.

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